Haar Geschichte

Schon in der Steinzeit fingen die ersten Menschen an, sich von überschüssigem oder lästigem Haar zu entledigen. Heutzutage ist das Abschneiden oder Entfernen der Körper- und Kopfbehaarung selbstverständlich. Überall auf der Welt werden mal mehr oder weniger fachmännisch die Haare geschnitten.  Machen Sie es bei uns professionel in einer entspannten Atmosphäre.

Die Ägypter (4000 - 300 vor Chr.)
Auf Grund von Gräberfunden weiss man, dass die Ägypter schon 4000 Jahre vor Christus ihre Haare mit Messern, Haarnadeln und Kämmen gepflegt haben. Bereits ab ca. 3000 v. Chr. wurden bei wichtigen Anlässen kunstvolle Perücken getragen. Schon damals wurden die eigenen Haare und die Perücken gefärbt. Am häufigsten wurden blaue, grüne, blonde und rotblonde Farbtöne und Goldstaub verwendet.


Die Griechen (1500 - 150 vor Chr.)
In der Zeit von 1500 - 650 vor Christus trugen Griechinnen lange meist gekrauste Haare. Auf Fresken sieht man oft Korkenzieherlocken, welche vor den Ohren bis auf die Brust herabfallen.

Etwas später (500 - 300 v. Chr.) liessen sich die Frauen ihre Haare im Nacken zu einem Knoten zusammenfassen, diese Frisur nennt man "griechischer Knoten".

Kunstvolle Knoten und Schleifen prägen die Frisuren der Zeit von 300 - 150 v. Chr. In diesen Jahren versuchten die Griechinnen ihre von Natur aus dunklen Haare mit Hilfe von Safran aufzuhellen.

Die Frisuren waren bei den Griechen auch Männersache: zuerst trugen sie lange Kopfhaare und Bärte. Später waren kurze und lockige Haare in Mode und in der Zeit von 300 - 150 v. Chr. trugen modebewusste Städter halblange Frisuren und bevorzugten gekrauste oder gewellte Haare.
Zur Haarumformung hatten die Griechen bereits ein spezielles Gerät: ein Calamistrum, d.h. ein Hohlstab aus Bronze.

Die Römer (500 v. Chr. - 500 n. Chr.)
Römerinnen und Römer trugen ihre Haare in ganz einfachen Frisuren, man kann zwei Grundtypen unterscheiden, nämlich kurze Lockenfrisuren und Flechtfrisuren.

Von den Griechen lernten die Römer den Umgang mit dem Calamistrum (Brenneisen). Zusätzlich begannen die für ihre Körperpflege berühmten Römerinnen und Römer die Frisuren mit allerlei Schmuck aus Gold, Silber und Elfenbein zu ergänzen.

Weil die Römerinnen fasziniert waren von den blonden Haaren der Germanen, hielten sie sich oft germanische Sklavinnen, liessen diesen die Haare schneiden und verarbeiteten die blonden Haare zu Perücken. Daneben liessen sich wohlhabende Römerinnen ihre Haare mit Goldstaub optisch aufhellen.


Romanik (900 - 1250 n. Chr.)
Im Hochmittelalter trugen die adligen Damen und Herren ihre Haare gerne in offenen Locken. Wer von Natur aus glatte Haare hatte, liess sich diese wellen. Im Unterschied zu den Reichen trugen die gewöhnlichen Bürger ihre Haare als Pagenfrisur, kurz oder halblang.

Adlige Frauen trugen eine flache Haube, die das Haupthaar verdeckte, welche aber die mit Bändern und Goldfäden geschmückten Zöpfe sichtbar liess.


Gotik (1250 - 1500 n. Chr.)
Die Kirche schrieb vor, dass verheiratete Frauen ihre Haare in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen durften. Deshalb trugen die Frauen Hüte und Hauben, welche zum Teil mit Schleiern versehen waren. Weil in dieser Zeit eine hohe Stirn als besonders schön galt, rasierten sich die Frauen die Stirnhaare ab, um so den Haaransatz nach oben zu korrigieren.


Renaissance (1500 - 1600)
In der Renaissance rückten Harmonie und Symmetrie in den Vordergrund. Der Körper (auch die Haare) durften wieder gezeigt werden. Die Frisuren werden phantasievoller, obschon manchmal auch einfach die Frisuren der Römer und der Griechen übernommen wurden. Helle Farbtöne wie Blond und Gold waren in Mode. Man versuchte mit natürlichen Färbemitteln diesen Farben näher zukommen. Oft wurden Frisuren mit Edelsteinen, Bändern und Perlen geschmückt. Die Männer hatten weniger Phantasie als die Frauen, ob reich oder arm, alle hatten einen ähnlichen Haarschnitt.


Barock (1600 - 1720)
Weil man am Anfang der Barockzeit "spanische Trachten" trug und die einen sehr hohen Kragen hatte, bevorzugten Männer kurze Haare. Die Frauen hielten ihre Haare zwar lang, aber kämmten sie entweder nach hinten oder nach oben, wo sie mit einem Drahtgestell befestigt wurden.

Nach 1650 verschwanden solche Frisuren. Bei den Damen dominierte vor allem ein Quer - oder ein Rundscheitel. Locken - oder Ponyfransen bedeckten dazumal die Stirn. Auch die Männer liessen nach 1650 ihre Haare wachsen. Lockenköpfe und Spitzbärte waren in Mode. So liess sich der französische König Ludwig der 13. (frühzeitig kahl geworden) eine Lockenperücke machen.

Gegen Ende der Barockzeit hatten die Frauen ihre Haare wieder nach oben gekämmt, manche wurden so bis zu 60 cm grösser!


Bidermeier (1789 – 1848)
In der Bidermeierzeit verschwanden die Perücken und es traten wieder römische und griechische Frisuren in den Voredergrund. Ab 1804 verwendete man für Frauenfrisuren wieder vermehrt Zierkämme, Diademe, Hauben und Seidenbänder. Während sich die Männerfrisuren in dieser Zeit wenig änderten, hatten die Frauen mehr phantasie. Es waren vorallem T-, V-, Y- oder U-förmige Scheitel in Mode. Damen mussten damals eine Kopfbedeckung (Hauben, Hüte oder Turbane) tragen, die allerdings zusammen mit den oft hohen Frisuren nicht unbedingt bequem waren.


Jugendstil (1850- 1914)
Ab 1850 konnten es sich mehr Menschen als je zuvor leisten zum Coiffeur zugehen. Am Anfang setzten sich mehrheitlich französische Frisuren durch, dessen Kennzeichen ein Mittelscheitel war. In Österreich sorgte derweil Kaiserin Elisabeth (Sissi), mit ihren langen Haaren die mit Blüten geschmückt waren, für Schlagzeilen. Gegen 1870 wurden Haare wieder einmal in die Höhe gekämmt und mit Schmuck verziert. 1872 wurde die Ondulation erfunden. Die Haare wurden über ein heisses Eisen gezogen, dadurch entstand eine Welle. Diesen Frisurentyp nannte man Einschlagfrisur. Längere Zeit war ondulieren in Mode.
Um 1890 gab es fast keine hohen Frisuren mehr. auch onduliert wurde nicht mehr so viel wie früher. Die neuen Frisuren sollten schlicht und funktionell sein. Die Herrenfrisuren waren am Anfang dieser Zeit lockig, gegen Ende des Jahrhunderts setzten sich aber Kurzhaarfrisuren durch.


20. Jahrhundert
verschiedene Stile (1914 – heute)
Eine wichtige Erfindung zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Dauerwelle, die es ermöglichte, Haare dauerhaft umzuformen. Die verschiedenen Arten von Dauerwellen-Wicklern oder Dauerwellenapparaten waren für die Kundinnen mehrheitlich unangenehm und umständlich.

Die Frisuren im 20. Jahrhundert wurden einerseits durch neue technische Möglichkeiten uns andererseits durch herausragende Persönlichkeiten und deren Haartracht beeinflusst.


1. Weltkrieg:
Die Stellung der Frauen änderte sich immer mehr, die szeigte sich auch an neuen Frisuren. Erstmals erlaubte sich ein französischer Starcoiffeur Frauen mit einem Kurzhaarschnitt zu beglücken. Der sogenannte Bubikopf wurde zur Modefrisur.


30er Jahre und 2. Weltkrieg:
Neue technische Hilfsmittel wie zum Beispiel elekrtische Haarschneidemaschinen und Trockenhauben erleichtern den Coffeuren ihr Handwerk.
Männer trugen ihr Haar bis nach dem 2. Weltkrieg kurz.
Frauen liebten nach dem 2. Weltkrieg halblange natürlich schwingende Frisuren, die Dauerwelle, welche neu auch kalt gemacht werden konnte, spielte weiterhin eine wichtige Rolle.


50er Jahre:
Mit Vorliebe versuchte man, die Frisuren von bekannten Filmschauspielern und anderen Prominenten nachzuahmen. Während Rock n' Roll für viele Menschen ein neues Lebensgefühl bedeutete, war die Frisur von Elvis Presley für viele Männer das grosse Vorbild.


60er Jahre:
Mit dem Riesenerfolg der Beatles und ihren berühmten Pilzköpfen kamen bei den Männern Langhaarfrisuren in Mode. Millionen junger Männer liessen sich plötzlich die Haare wachsen.

Mitte der 60er Jahre entstand in Jamaika eine neue Stilrichtung innerhalb der Rockmusik: der Reggae. Ein berühmter Vertreter dieser Musikart war der 1981 verstorbene Bob Marley. Er trug eine Dreadlock-Frisur. Dreadlocks sind geflochtene Zöpfe oder verfilzte Haarsträhnen. Wer eine solche Frisur haben möchte, muss seine Haare einfach mit Wasser und Seife waschen und sie weder kämmen noch bürsten. Bei Europäern empfiehlt es sich die Haare zu Zöpfchen zu flechten und die Enden mit Perlen zu verschliessen. Mit der Zeit verfilzen die Haare. Achtung: Diese Frisur geht nur mit der Schere weg!


70er Jahre:
Die Siebzigerjahre zeichneten sich durch eine totale Freiheit in den Frisuren aus : Alles war erlaubt!! Neu und für viele ein Schock waren die farbenfrohen und frech geschnitten Punkerfrisuren.


Ende des 20. Jahrhunderts:
Während die Punkerfrisuren in den Siebzigerjahren die meisten Menschen noch schockierten, gehörten sie schon etwa zehn Jahre später in jede Disco.


Heute sind gefärbte oder getönte Haare überall erlaubt: Von den Jüngsten bis zu den Ältesten werden die Haare frech geschnitten und bunt gefärbt.


[Quelle:http://www.thinkquest.org/library]